...unsere Arbeit - mit einigen Erklärungen für den interessierten Leser.
1. Die Einzelsenderanalyse:
Abb.:2 x AOR 5000 im Duplex -Verfahren, gekoppelt mit einem SDU.
Mit diesen PC- gestützten Spezial- Scannern der Firma AOR wird das gesamte Frequenzband nach illegalen Sendern durchsucht. Mit speziellen, im eigenen Labor entwickelten Messverfahren für Abwehreinsätze, werden besonders die hinlänglich bekannten „Wanzenfrequenzen“ durchsucht.
2. Die Hochfrequenz - Differenzmessung in Echtzeit:
Bei der Kontrolle des ortsspezifischen Frequenzspektrums wird eine Rechner- gestützte Differenzmessung zwischen den umgebenden HF- Sendern und möglichen Sendern in den zu überprüfenden Räumlichkeiten durchgeführt. Diese Messung dient zur Erfassung von digitalen und analogen Signalen aus dem Prüfbereich in Echtzeit.
DTC bei der Erstellung eines FFT- Langzeit - Spektrums. Bei der FFT-Langzeit - Überprüfung werden alle Frequenzen oberhalb einer objekt- und ortsspezifisch ermittelten Schwelle aufgezeichnet. Alle detektierten Frequenzen werden dann mit der Schallsignatur des überprüften Raumes verglichen. Dies geschieht mehrmals während der Gesamtdauer der Lauschabwehrüberprüfung.
3. Die optische Kontrolle:
Die Schallwellen der menschlichen Sprache versetzen Fensterscheiben in feine Schwingungen, welche von außen optisch abgetastet werden. So lassen sich Raumgespräche abhören.
Auch in der Prüffläche versteckte drahtlose IR- Mikrofone senden Impulse nach außen. Um diese Möglichkeiten zu verhindern, wird eine IR- Sonde, gekoppelt an einen hochempfindlichen Verstärker (s. Foto) eingesetzt.
Deshalb werden alle Fensterfronten, besonders solche, die zu Nachbarhäusern weisen, im Bereich des sog. "1. bis 3. optischen Fensters" (850 – 1050nm und 1300 – 1550 nm) untersucht. (nm = Nanometer).
4. TK- Anlagen Inspektion:
Abb.: TALAN der Fa. REI, U.S.A..
Telefon- und Leitungsanalysator TALAN der Fa. DTC. Dieses Gerät, im Werte eines Mittelklassewagens, dient zur Überprüfung von gesamten TK- Einrichtungen und deren Strukturverkabelung. Mittels Telefon and Line- Analysator werden genutzte und nicht genutzte Verkabelungen auf kapazitive und induktive Anzapfungen, sowie messtechnische Abnormitäten überprüft. Hier kann digitale Modulation detektiert werden, um sicher zu stellen, dass auf Telefon- oder Netzwerkleitungen kein Audiosignal übertragen werden kann. Entsprechende Protokolle aller gängigen Telefontypen, die weltweit genutzt werden, sind im Speicher des Gerätes hinterlegt. Ferner wird mittels Frequenzreflektometer der Ort (Leitungslänge) einer möglichen illegalen Anzapfung lokalisiert. Mit einer NLJD – Spürsonde wird die Leitung auf Halbleiteranschaltungen (Bauteile von Minispionen) geprüft. Diese werden im ein- oder ausgeschalteten Zustand detektiert.
Abb.: CPM 700 mit HF/NF – Sonde zur Trägerfrequenzkontrolle.
Mit dem o.g. „TALAN“ und dem CPM 700 prüft DTC auch das 230V – Netz der Prüffläche. Professionelle Lauscher versuchten, das Erzeugen verräterischer elektromagnetischer Wellen beim Abhören zu vermeiden. Sie nutzen die Modulation der Sprache auf 230V – oder Niederspannungsleitungen. Hierzu werden Bauteile so genannter Netzsprechanlagen (oder älterer Babyphonen) genutzt. Diese Nachrichtenübermittlung kann die sorgfältigste Hochfrequenzkontrolle mit High–End–Spekrumanalysern nicht aufspüren. Um diese Sender zu detektieren, werden Trägerfrequenzuntersuchungen auf allen Leitungen durchgeführt.
5. Röntgen:
Völlig unverzichtbar bei der Durchführung einer technischen Raumüberprüfung ist unser Durchlaufröntgengerät der Fa. Smith- Heimann. (bekannt von allen großen Flughäfen). Mit diesem Gerät werden alle nicht mess- oder zerlegbaren Werbe- u. Büroartikel in der Prüffläche vor Ort geröntgt, um versteckte Abhörgeräte aufzuspüren.
Das Röntgen ist die wichtigste und sicherste Maßnahme der visuellen Lauschabwehr. Hiermit lassen sich alle gängigen nachrichtendienstlichen Mittel der Tarnung von Lauschabwehrmitteln sichtbar machen. Im Internet lassen sich immer mehr illegale Abhörwanzen bestellen, die als Büroartikel getarnt sind. Besonders wichtig ist das Röntgen von Telefonen, da auch hier Hohlräume das Versteck für nicht leitungsgebundenen und damit nicht messbaren Wanzen bieten.
Während des Einsatzes des Röntgengerätes lassen sich die erzeugten Bilder von Telefonen auf dem Bildschirm im Detail vergrößern und mit Referenzaufnahmen, welche DTC vorliegen, während der Prüfung vergleichen.
Von DTC während einer Lauschabwehrprüfung am Sa., den 09.01.10 in einer mittelständischen Metallfirma, durch Röntgen aller Telefone und deren Hörer, gefunden!
Der linke, oben abgebildete Hörer ist so im Internet zu beziehen. Das Auswechseln gegen einen nicht präparierten Hörer geschieht in 2 Sekunden. (z.B. durch ein meist unbeaufsichtigt arbeitende Reinigungsunternehmen)
Abb.: Geröntgtes Telefon
6. Verdeckte Video- Spionage?
Hier sucht DTC in einem Konferenzraum nach illegalen Video- Kameras auf den erlaubten Kanälen A – D, aber auch auf anderen, nicht genehmigten Frequenzbändern.Im Hintergrund eine 2,4 GHz Spezial- Richtantenne.
7. Die Thermografie:
Abb.: Einsatz unserer neuen Wärmebildkamera der Firma TESTO. Diese Kamera verfügt über Fusionstechnik.
Hier unsere Thermo-Kamera. Sie erkennt so genannte „Hot- Spots“, also durch versteckte Verbraucher (Wanzen) erzeugte Wärmefelder in der Bausubstanz.
8. Der Non- Linear- Junktion Detektor (NLJD)!
Für Röntgengeräte ungeeignete Gegenstände (Möbel, große Dekorationsmittel) werden von DTC mit speziellen Halbleiterdetektoren untersucht (NLDJ). Diese Geräte werten die Reflektion der von ihnen ausgesandten, gerichteten HF – Signale, die sog. „Harmonischen Oberwellen“, aus. Die Reflektion entsteht, wenn dass Signal auf eine Baugruppe von Minisendern (Diode, IC, Transistoren) trifft.
9. Die physikalische Inspektion:
Parallel zu unseren Messungen wird eine physikalische Inspektion auf visueller und manueller Basis durchgeführt. Dies gilt für viele Teile der Bausubstanz (Zwischendecken, Hohlräume, Bodentanks, Wand- u. Installationskanäle, u.v.a.m.). Dazu kommen Installationskomponenten der Stark- und Schwachstromverkabelung, wie Schalt-, Steck- u. Verteilerdosen, sowie entsprechende Verteilungen der Nachrichten- und Sicherheitstechnik. Hierbei werden zur Untersuchung in abgehängten Zwischendecken oder Doppelböden bewegliche, an Teleskopen geführte Endoskop - Kameras mit eigenen Leuchtquellen, eingesetzt.
Bei der seriös durchgeführten Raumüberprüfung treten viele Situationen auf, in welche Messgeräte aller Art, sowie Röntgenuntersuchungen an ihre technischen Grenzen stoßen. Hier ist der einfache Schraubendreher und die Erfahrung des Technikers die einzige Schutzmaßnahme vor Wanzen.
Übrigens: Aus einsatztaktischen Gründen werden Angaben über technische Einzelheiten und spezielle Möglichkeiten der von uns, für die Zwecke der Lauschabwehr modifizierten Geräte, sowie die zu untersuchenden Frequenzbereiche und Bandbreiten, nur in den Messprotokollen gemacht, welche den Kunden nach Durchführung einer Raumüberprüfung im Rahmen der Sicherheitsanalyse übergeben werden.
Andernfalls würden diese Informationen einen möglichen Lauscher erfreuen und einen Lauschangriff erleichtern!

